Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Frankfurt/Oder arbeiten Gymnasiallehrer 44 Std. pro Woche (Az. 2 K 2130/00). Die Herleitung der Richter ist denkbar einfach: Die im Vergleich zu anderen Beamten längere Urlaubszeit müsse durch Mehrarbeit in Schulwochen ausgeglichen werden.
Geklagt hatte ein Lehrer mit zwei Korrekturfächern. Er forderte eine Reduzierung seiner Stundenzahl und verwies auf die Mehrbelastung aufgrund der Korrekturen. Er sei gegenüber anderen Kollegen benachteiligt. Nun kommt die Berechnung des Gerichts ins Spiel: Zieht man von den 44 Std. die tatsächliche Unterrichtsverpflichtung von rund 22 Stunden ab, verbleiben weitere 22 Stunden für die Korrekturen. Dies sei mehr als ausreichend. Die Klage wurde abgewiesen.
(via Marl aktuell)
22 Stunden sind aber kein volles Deputat …
Ich vermute, dass sich die Berechnung auf den vor Gericht verhandelten Einzelfall bezieht.
Dann hätte er aber mit 25-28 Stunden deutlich >50 Stunden zu ackern, gerichtlich verordnet.
Wahrscheinlich haben sie keine Unterrichtsstunden, sondern Zeitstunden gerechnet. Das wären dann allerdings 29,33 Stunden Unterricht. Versteh’s wer will, ich darf vier Deutschklassen betreuen (und das seit sieben Jahren – mit einem Jahr “Pause”, da waren es fünf)). Mit 44 Stunden komme ich da wirklich nicht klar. Ich merke immer mehr: Cleverness beginnt mit der Fächerwahl!
Hinter verschlossenen Türen gestehen die “Nebenfächler” den geringeren Vor- und Nachbereitungsaufwand meistens auch ein. Bislang hat meines Wissens nur Hamburg mit einem angepassten Arbeitszeitmodell die Konsequenzen gezogen. Wieder mal ein gutes Beispiel, das keine Schule macht
Ach ja, jetzt ist ews amtlich: Unterricht braucht man nicht mehr vorbereiten, alle anderen Tätigkeiten sind keine Arbeit (Elterngespräche, Konferenzen…)
Seltsam, ich habe selber mal ausgerechnet – und dann kürzlich irgendwo im Internet gelesen – dass ich, um die unterrichtsfreie Zeit auszugleichen (unter der rein rechnerischen Annahme, in den Ferien rein gar nichts für die Schule zu arbeiten), pro Woche ziemlich genau 50 Stunden arbeiten müsste. Wenn das tatsächlich nur 44 sind (oder haben die in [Brandenburg] weniger Ferien?), mach ich ja noch weit mehr unbezahlte Mehrarbeit als angenommen. Hiiiilfe!!
Immerhin bestätigt das Gerichtsurteil übrigens so nebenbei, dass nicht davon die Rede sein kann, dass Lehrer ihr Arbeitszimmer weniger als die Hälfte ihrer Arbeitszeit nutzen – vorausgesetzt, sie arbeiten kein bisschen länger als sie nach dieser Rechnung müssen (haha) und kommen nicht etwa auf die Idee, ihre Hohlstunden zur Arbeit zu nutzen.
Ich hab die Berechnung der Erfurter Richter gefunden: http://www.marlaktuell.de/?p=5214
Die gehen offenbar von einem 26-Stunden-Deputat aus! Eine Unterrichtsstunde gleich 50 Minuten – die haben doch glatt den Weg von einem Klassenzimmer ins andere als Arbeitszeit anerkannt! Dabei dachte ich, das wären Erholungspausen
. 26 mal 50 Minuten macht tatsächlich 21,67 Stunden, also rund 22.
Vielleicht sind die ja aber auch doch von einem 25-Stunden-Deputat ausgegangen und haben wöchentlich eine Stunde für Konferenzen oder ähnliches berechnet.
Die Rechnung ist ja ansich schon flasch,weil bei einer Wochenarbeitszeit von 44h und 38 Schulwochen(6w Sommerf., 1w herbst, 2 Weihnachten, 1 Fasching 2 ostern und 2 Pfingsten=14wochen) im jahr eine Jahresstundenzahl von 1672h herauskommt. Ein arbeitnehmer im der Wirtschaft von 40 Stunden und 48 Arbeitswochen kommt auf 1920h pro jahr. Diese Differenz von 248h müsste also noch jeden Wochentag(inklusive allen Ferien und Feiertagen) 57 Minuten draufgerechnet werden.
Dazu kommt allerdings das man in Berufen die so bezahlt sind wie Lehrberufe selten mit 40 stunden die Woche wegkommt.
Ich will den lehrberuf nicht anklagen, schließlich kann sich ja auch jeder dafür entscheiden ihn auszuüben, aber bitte jammert nicht so rum, es ist nicht der aufwendigste job der welt.
Vergelicht man da mit dem Job eines Assistenzarztes, der 60-70 Stunden pro Woche hat, und 1700Euro netto verdient.
Dazu wohl auch noch mehr Verantwortung hat, und nachtdienste schieben muss.
(60h/woche sind im jahr 2880h, um die differenz nachzuhohlen müssten Lehrer jeden tag, also auch am wochenende und feiertagen 3,3h arbeiten
Also ich finde manche Lehrer würden in der Priwatwirtschaft sang und klanglos untergehen. Sie leben in ihrer eigenen Welt und haben keine Ahnung wie es in der wirklichen Welt aussieht. Aber es gibt auch Ausnahmen.
Und so mancher Privatwirtschaftler würde wohl im Klassenzimmer ebenso sang- und klanglos untergehen?