Monats-Archiv für Januar 2007

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Vorbereitung auf die Zeugniskonferenz

Bei uns finden die Zeugniskonferenzen an zwei aufeinander folgenden Tagen statt, um nächtliche Sitzungen zu verhindern. Gestern ging’s mit den Klassen 7-10 los, heute folgt die Orientierungsstufe.

In einer achten Klasse kam es gestern zum Eklat: Der Klassenleiter, stets bestrebt, seine Konferenz in max. 5 Minuten zu beenden, hatte bereits handschriftlich das Protokollblatt ausgefüllt, bevor die Sitzung überhaupt begann. Doch da ertreisteten sich einige Kollegen und forderten für einzelne Schüler zusätzliche Bemerkungen. Der Klassenleiter wehrte sich mit Händen und Füßen – vordergründig aus pädagogischen Gründen, tatsächlich schien es ihm aber darum zu gehen, eine Neuanfertigung des Protokolls, das in der bereits vorliegenden Fassung die einzig objektive Einschätzung seiner Klasse widerspiegeln würde, zu verhindern.

Obwohl ich mit meiner 6. Klasse erst heute an der Reihe bin, habe auch ich das Protokoll bereits am Wochenende geschrieben, jedoch nicht per Hand, sondern am PC. Dies hat einige Vorteile:

  • Ich mache mir bereits im Vorfeld der Konferenz Gedanken, wie ich Bemerkungen auf dem Zeugnis formulieren möchte. Meine Bemerkungen sind individuell auf den einzelnen Schüler zugeschnitten, da ich auf die Textbausteine des Zeugnisprogramms verzichte. Die Suche nach Formulierungen, die so manche Konferenz schier endlos in die Länge zieht, entfällt.
  • Sollte es im Konferenzverlauf Ergänzungen oder Überarbeitungen geben, sind diese schnell, einfach und unkompliziert nachzutragen.
  • Dank USB-Stick können die Bemerkungen schnell und einfach aus dem Protokoll in das Zeugnisprogramm kopiert werden. Gravierende Bemerkungen kopiere ich zusätzlich in die elektronische Schülerakte.
  • Für die Vorbereitung der Jahres-Konferenz drucke ich mir das Protokoll aus dem Januar noch einmal aus und überlege, ob sich das Verhalten des Schülers verändert hat. Meist habe ich den Eindruck, dass zumindest kleine Erfolge zu verzeichnen sind, auch wenn die Anzahl und die Formulierungen der Klassenbucheinträge ein gegenteiliges Bild vermitteln. Beim Formulierungsentwurf versuche ich meine Eindrücke zu berücksichtigen.
  • Die Eltern meiner Klasse erhalten regelmäßig eine kurze Mitteilung, falls ihr Kind ins Klassenbuch eingetragen wurde. Zu diesem Zweck kopiere ich mir alle zwei Wochen die entsprechenden Seiten aus dem Buch und übertrage die verhaltens- und mitarbeitsrelevanten Einträge in das entsprechende Briefformular. Auf diese Weise ist es ein leichtes, zur Vorbereitung der Zeugniskonferenz eine Übersicht über alle Einträge zu erstellen. Bei so manchem Schüler fällt erst dabei auf, dass er sich über das Jahr hinweg regelmäßig kleinere Vergehen erlaubt. Ab einer gewissen Häufung passe ich dann die Kopfnote an.

Dieses Verfahren ist datenschutztechnisch nicht unproblematisch. Ich versuche die Gradwanderung, indem ich die Dateien auf einem verschlüsselten Bereich der Festplatte ablege und die Dateien lösche, sobald ich die Klassenleitung abgebe.

Tag der offenen Tür – Schulradio liefert erste Evaluation

Unsere Schulradio-AG hat gestern Viertklässler, Eltern, Schüler und Lehrer befragt, wie sie denn den erstmals ausgerichteten Tag der offenen Tür fanden. Ich habe die einzelnen Aufnahmen heute zusammengeschnitten und bin überrascht, wie viele unterschiedliche Aspekte angesprochen wurden:

[audio:tag_der_offenen_tuer2007.mp3]

Lärmen oder Lernen?

Lärmende Schüler auf dem Pausenhof, Lärm auf Treppen und Fluren, ein hoher Geräuschpegel während des Unterrichts – Krach ist ein wesentlicher Stressfaktor im Schulalltag. Nach Meinung von Medizinern und Raumakustikern wird das Problem jedoch oft unterschätzt. Schnell macht man die Disziplinlosigkeit der Schüler oder das individuelle Versagen eines Lehrers dafür verantwortlich, wenn es im Unterricht Schwierigkeiten gibt.

Interessanter Rundfunkbeitrag des Südwestrundfunks, nachzuhören hier:

Lärmen oder lernen?

Reingerufen [3]

Pausengespräch unter Neuntklässlerinnen, aufgeschnappt am Tag der offenen Tür:

Mensch, die Eltern der Viertklässler sind total unfreundlich.”
“Ja, total. Bei dir auch?”
“Ej, da fragt die mich, wo der Chemiesaal ist, ich bringe sie extra hin, obwohl ich nicht in die Richtung muss, und die sagt noch nicht mal danke. Unverschämtheit!”
“Das hätten sich unsere Eltern nicht getraut. Früher war alles irgendwie besser.”

Ich grinse innerlich und ziehe zufrieden weiter…

Hinweise zur Rubrik ‘Reingerufen’

Tag der offenen Tür

Für Viertklässler und deren Eltern veranstalteten wir heute zum ersten Mal einen Tag der offenen Tür. Mit dem Ablauf war ich grundsätzlich sehr zufrieden:

  • große Pause: Begrüßung
  • 3. Stunde: Die Kinder besuchten die Klassen 6, denen sie ein Loch in den Bauch fragen konnten (was einige wohl auch taten). Zeitgleich stellte die Schulleitung den Eltern die Besonderheiten unserer Schule vor.
  • 4./5. Stunde: Kinder und Eltern konnten gemeinsam den Unterricht an unserer Schule kennen lernen. Damit man möglich viele Eindrücke gewinnen konnte, klingelte es bereits 20 Min. nach Unterrichtsbeginn. Dann hatte man 5 Min. Zeit, um eine andere Lerngruppe aufzusuchen. Auf diese Weise gab es keine nennenswerten Störungen des Unterrichts durch Spätankömmlinge oder Früh-Geher.

In den ersten beiden und der 6. Stunde wurde laut Stundenplan unterrichtet. Dafür haben wir Karneval einen Tag mehr frei.
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