Gesamtschulen – Eine Alternative zu Hauptschulen?

In der heutigen Ausgabe der Welt am Sonntag berichtet ein Lehrer einer Gesamtschule, 20 Jahre an einer solchen im Dienst, sehr eindrucksvoll, warum das Modell der Gesamtschule seiner Meinung nach ungeeignet ist:

Leistungsschwächere Schüler erfahren Tag für Tag, dass andere besser, schneller, erfolgreicher und beliebter sind. Sie erfahren tagtäglich ihre Aussortierung an der Klassentür, wenn sich die Wege zu den Kursen trennen oder wenn schon wieder sie es sind, die die leichteren Aufgaben bekommen. Die niederdrückende und demoralisierenden Wirkungen solcher Bezugsgruppeneffekte gehörten schon 1984 zu den am besten abgesicherten Befunden der Bildungsforschung.

Ich möchte lediglich einen Gedanken hinzufügen: Hier in Rheinland-Pfalz führte man vor einigen Jahren die Regionalen Schulen und Dualen Oberschulen (DOS) ein. Ehemalige Hauptschulen bekamen einen neuen Namen und erarbeiteten sich ein neues Konzept, um ab der Klassenstufe 7 Haupt- und Realschulkurse anbieten zu können. Wer dort am Ende der Klasse 10 einen Realschulkurs besucht, erreicht den gleichen Abschluss wie an der Realschule. Das Niveau jedoch ist deutlich niedriger. Dies bestätigen die umliegenden Gymnasien und weiterführenden Schulen hinter vorgehaltener Hand immer wieder. Doch da diese Meinung politisch nicht opportun ist, liest man davon in ministeriellen Stellungnahmen wenig. Es sollte einem jedoch zu denken geben, dass eine zentrale Abschlussprüfung am Ende der Klasse 10, wie sie in fast allen Bundesländern bereits beschlossene Sache, mitunter bereits eingeführt ist, in Rheinland-Pfalz nicht in Sicht ist.

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