Hausaufgaben – Erhebliche Einschränkung der Freizeit?

Zwei weitere Charts aus unserer Hausaufgaben-Befragung:

„Hausaufgaben schränken meine Freizeit erheblich ein“, lautete die Ausgangsthese, auf die die Schüler wie folgt antworten konnten: trifft immer zu, trifft oft zu, trifft manchmal zu, trifft gar nicht zu. Das Ergebnis:

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Nun interessierte natürlich, wie lange die Schüler „an einem ganz normalen Schultag“ an den Hausaufgaben sitzen:

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Auch wenn man berücksichtigt, dass die Schreibgeschwindigkeit steigt und die Einflussnahme der Eltern im Laufe der Jahre nachlässt, hätte ich nicht damit gerechnet, dass die für Hausaufgaben aufgewendete Zeit von der Orientierungsstufe bis zur Klasse 9 deutlich kürzer zu werden scheint. Dass immerhin 15 % der befragten Neuntklässler angaben, regelmäßig weniger als 20 Min. für die gesamten Hausaufgaben zu investieren, finde ich schockierend. Gleichsam erschreckend ist die Tatsache, dass der durchschnittliche Zeitaufwand von deutlich weniger als einer Stunde von so vielen Schülern als „erhebliche“ Einschränkung erlebt wird.

Ok, ok, mag mancher einwenden: Ein Fünftklässler kann die Zeit gar nicht so genau abschätzen. Daher waren die Schüler eine Woche lang angehalten, ihren täglichen Zeitaufwand zu stoppen und online der Schule zu übermitteln (trotz Zugangsbeschränkung natürlich anonym). Außerdem haben wir die Schüler am Ende der Befragung (immerhin rund 55 Fragen) gefragt, wie viel Zeit sie für die Befragung gebraucht haben. Da die Befragung am PC stattfand, konnten wir die Schätzung mit dem individuellen, tatsächlichen Wert vergleichen. Beide Vergleichskonstellationen zeigten, dass die Schüler den Zeitaufwand relativ realistisch eingeschätzt haben.

11 Replies to “Hausaufgaben – Erhebliche Einschränkung der Freizeit?”

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  3. Als Lehrer an einer Schule mit Tagesheim erzählem mir die KollegInnen aus der Nachmittagsbetreuung auch oft, dass die SChülerInnen zu wenig Hausaufgaben hätten, um die Lernzeit sinnvoll zu füllen. Gemeint sind dabei aber nur die schriftlichen Aufgaben. Lernen und Lesen im Buch für die Nebenfächer ist dann nicht dabei. Das betrachten viele ab der Mittelstufe nicht mehr als Hausaufgabe, weil sie den Hefteintrag mal schnell im Stundenwechsel ansehen und das Buch sowieso nie ansehen. So können sie schließlich auch auf die Note drei oder vier kommen, die ihnen reicht und vergleichsweise geringen Aufwand bedeutet.

  4. Moin, moin!

    Ich verfolge mit großem Interesse die Auswertung der Schülerbefragung und frage mich natürlich, wie das bei uns (ca. 680 S. an einer Realschule in Schleswig-Holstein) aussieht.
    Bevor ich nun selbst zum Fragebogen greife, habe ich noch Fragen:

    1) Kann man mehr über die „Eckdaten“ der Schule und des Fragebogens sowie über die Vorgehensweise bei der Befragung und Auswertung erfahren?

    2) Ist es möglich, den Fragebogen (immerhin 55 Fragen) einzusehgen?

    Danke,

    Gerrit Lange

    PS: Antwort auch gern per Mail.

  5. Hallo Gerrit,

    auf Deine erste Frage werde ich in Kürze etwas ausführlicher in einem eigenen Beitrag eingehen. Nur soviel vorweg: Die Rahmenbedingungen scheinen ähnlich (bei uns rund 550 Schüler, ebenfalls Realschule).

    Ob ich den Fragenkatalog veröffentlichen kann, möchte ich gerne in der Projektgruppe klären, denn die Entwicklung desselben habe ich natürlich nicht allein vorangetrieben.

    Da ich zeitlich derzeit ziemlich eingeschränkt bin, muss ich jedoch um ein, zwei Wochen Geduld bitten.

    Gruß
    Marcus

  6. Ich bin ein Schüöer in einer AHS ich finde, dass Schüler nicht viel Hausübung bekommen, aber die dafür sehr schwere sind. Oft machen es die Kinder nur schnell und überlegen sichnicht viel dabei und dann müssen sie viel verbessern. Dabei geht sehr viel Zeit verloren udn Schüler betrachten das auc als „HAusaufgaben“.
    MFG Alwin

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