Einteilung von Gruppen bei Projekttagen

Zum zweiten Mal in der kurzen Geschichte unserer Schule fanden vor einigen Wochen Projekttage statt. Drei Tage arbeiten unabhängig von Lehrplänen und auch Themenvorgaben; es gab also kein übergreifendes Projekttagemotto. Die rund 400 Schüler konnten unter 31 Projekten wählen. Durchschnittlich 13 Schüler pro Gruppe erschien der Organisationsgruppe eine sehr angenehme und vertretbare Anzahl. Einige Kollegen nahmen sogar freiwillig 20 Teilnehmer und mehr. Natürlich gab es Projekte, die mit mehr als 80 Anmeldungen hoffnungslos überlaufen waren. Aus diesem Grund mussten die Schüler bei der Anmeldung drei Wünsche angeben.

Vor zwei Jahren bemühte sich die Organisationsgruppe, möglichst alle Erstwünsche zu berücksichtigen. Dies hatte fatale Konsequenzen: Einige Projekte wurden nur als Drittwunsch angegeben und daher mangels Teilnehmer abgesagt. Entsprechend mussten die Schüler auf weniger Projekte aufgeteilt werden – die Teilnehmerzahl pro Projekt stieg. Erst im zweiten Schritt wertete man die Zweitwünsche, ggf. auch die Drittwahl aus, doch einige Schüler hatten ein Gespür für besonders beliebte Projekte. Nicht wenige kamen gar nicht unter und mussten sich unter den – aus Schülersicht – weniger attraktiven Projekten mit freien Plätzen eines aussuchen. Entsprechend war die Unzufriedenheit groß.

Diesmal sind wir anders vorgegangen: Die Schüler haben sich über ein Internet-Portal für die Projekttage angemeldet. Dank der großen Verbreitung der Internet-Zugänge war dies kein Problem; Schüler ohne Anschluss daheim konnten die Rechner von Freunden und in zwei großen Pausen auch die der Schule nutzen. So hatten wir unmittelbar nach Anmeldeschluss eine Auflistung aller Wünsche und auch eine Liste der Schüler, die sich – aus welchem Grund auch immer – für kein Projekt entscheiden wollten äh… konnten. Unmittelbar nach Abschluss der Einschreibefrist hatten wir eine Liste mit allen Anmeldedaten zur Verfügung. Auf einen Blick konnte man sehen, welche Projekte sehr überlaufen waren und welche nur von wenigen Schülern nachgefragt wurden.

Nun begann die Einteilung der Gruppen: Anders als beim letzten Mal begannen wir mit den weniger nachgefragten Projekten. Hatte ein Schüler dieses Projekt auch “nur” als Zweitwunsch angegeben, wurde er diesem dennoch zugeteilt. Waren es auch dann noch weniger als 8 Teilnehmer, verfuhren wir ebenso mit den Drittwünschen. Schnell stand fest: Kein Projekt muss wegen zu wenigen Teilnehmern abgesagt werden. Gleichzeitig wurden die Anmeldelisten der stark frequentierten Projekte sehr überschaubar.

Hatten zwei Schüler identische Wünsche angegeben, kam es manchmal zur Entscheidungsfrage, z. B. wenn nur noch ein freier Platz zu vergeben war: Berücksichtigen wir nun Schüler A oder Schüler B? Unserer Entscheidung legten wir zwei Kriterien zugrunde: Zunächst wurde geschaut, dass nicht zu viele Schüler aus einer Klasse einem Projekt zugeteilt werden, um eine Durchmischung der Teilnehmer sicherzustellen. Danach entschied der Zeitpunkt der Anmeldung endgültig über die Einteilung: Auf diese Weise wurden Schüler belohnt, die ihrer Anmeldepflicht sehr zeitig nachgekommen sind.

Nach nur 90 Minuten war die Einteilung abgeschlossen: Alle Projekte kamen zustande, jeder (!) Schüler kam in eines seiner drei Wunschprojekte, eine Umwahl musste nicht stattfinden. Das Orgateam war sehr zufrieden. Verständlicher Weise waren die Schüler nicht immer ebenso begeistert: “Wieso wurde von Lieschen der Erstwunsch akzeptiert, während bei mir nur der Drittwunsch berücksichtigt wurde?” Der Verweis auf die schlechten Erfahrungen mit Nachwahlen genügte, um die Kritiker zu beschwichtigen.

Für den nächsten Durchgang habe ich mir aber vorgenommen, die Begriffe “Erst-”, “Zweit-” und “Drittwahl” nicht mehr zu verwenden, um den Eindruck einer Rangfolge der Wünsche zu vermeiden. Außerdem sollte die Schülervertretung an der endgültigen Einteilung beteiligt werden. Transparenz ist immer noch das beste Argument.

4 Responses to “Einteilung von Gruppen bei Projekttagen”


  • Hallo,
    das hört sich sehr interessant an! Ich denke gerade auch an Veranstaltungen wie Berufswahlseminare…Kannst du mir mehr erzählen, wie du das technisch umgesetzt hast?

  • Hallo Markus,

    das Programm ließe sich relativ problemlos auch für ein rudimentäres Veranstaltungsmanagement nutzen: Die Schüler könnten sich je nach Interesse für verschiedene Vorträge und Workshops anmelden.

    In Kürze wird eine zweite Schule das System einsetzen. Sind auch deren Erfahrungen positiv, werde ich sicher an dem Projekt dranbleiben. Mehr kann ich derzeit nicht sagen…

  • ok, kannst du mir die URL schicken oder lief das nur auf dem Schulserver?
    Grüße aus Bayern

  • Die Anwendung liegt auf unserem öffentlichen WebServer. Außer einem Anmelde-Bildschirm gibt es jedoch derzeit nichts zu sehen und Testzugänge will ich frühestens nach dem zweiten Durchlauf einrichten. Bitte hab noch etwas Geduld.

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