“Lehrer müssen politischer werden”

Bernhard Buess und Ludger Wößmann im Gespräch (Foto: Welt am Sonntag)Das Lob der Disziplin von Bernhard Bueb habe ich nicht gelesen. Die Zusammenfassungen seiner Thesen in mehreren Rezessionen hat mich eher abgeschreckt – nicht umsonst gibt es zahlreiche kritische Antworten auf das Werk des ehemaligen Schulleiters aus Salem (z. B. hier und hier).

Heute dokumentierte die WELT AM SONNTAG ein Streitgespräch zwischen Büb und Ludger Wößmann (Letzte Chance für gute Schulen). Dabei äußerte Bueb:

Die Lehrer müssen politischer werden, mehr selbst in die Hand nehmen, und sie müssen sich zusammentun mit mächtigen Verbündeten, nämlich den Eltern. Dann würden sie auch diese Kluft überwinden, die entstanden ist, weil sie immer nur über die Kinder reden, die nicht genug lernen, statt über gemeinsame Ziele und Visionen und wie sie diese der Politik abfordern. Wenn das geschieht, dann würden auch die Lehrer ihren Ruf verändern, dann würde man sagen: Donnerwetter, was sind das für Leute.

Darauf warte ich bereits seit Jahren…

Foto: Bueb (links) und Wößmann im Gespräch (Quelle: heutige WELT AM SONNTAG)

3 Responses to ““Lehrer müssen politischer werden””


  • > Das Lob der Disziplin von Bernhard Bueb habe ich nicht gelesen.

    Dann solltest du das unbedingt nachholen.

    > Die Zusammenfassungen seiner Thesen in mehreren Rezessionen hat mich eher abgeschreckt

    Wieviel gibst du denn sonst auf das Urteil von Publizisten und “Erziehungswissenschaftlern”, die (falls überhaupt jemals) zuletzt vor zwanzig Jahren vor real existierenden, pubertierenden Schülern gestanden sind. Du kennst ja vermutlich die (ständig steigenden) Zahlen der Lehrer, die mit Burnout vorzeitig den Dienst quittieren müssen. Frag doch mal DIESE Kollegen, was sie von dem Buch halten. Hinter einem Schreibtisch lässt es sich wunderbar kritisieren und rezensieren ;-)

  • > Dann solltest du das unbedingt nachholen.

    Danke für den Hinweis. Habe mir die Hörbuch-Fassung spontan auf die Hitflip-Wunschliste gesetzt und mich wenige Minuten später über die Zuteilung freuen dürfen.

    Ich werde berichten…

  • Es ist nicht verwunderlich, dass das Buch dermaßen Zustimmung findet, da Bueb es sich natürlich sehr einfach macht. Und wer will schon über komplizierte Interventionen nachdenken, über Erwartungsstörungen der Lehrer und Verhaltensstörungen der Schüler und “Lösungen”, die Teil des Problems sind..Mich wundert, dass in diesem Zusammenhang ein richtig gutes Buch nie richtig wahrgenommen wurde: G. Fels “Der verwaltete Schüler”, allerdings schon 1994. Seine erste von den “10 Vorraussetzungen”: “Alle Aussagen über Schüler, die den Anspruch auf Allgemeinheit erheben, sind entweder trivial oder falsch. Schule ist so manngifaltig, dass man zu jedem Phänomen das genau gegenteilige beobachten kann”

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