Neuausstattung im Computerlabor

Die letzten drei Tage der Herbstferien verbrachte ich in der Schule: Die Rechner im über acht Jahre alten Computerlabor haben endlich ausgedient und wurden ersetzt.

Der Weg dahin war weit: Bereits seit drei, vier Jahren fielen regelmäßig Netzteile aus, seit eineinhalb Jahren verabschiedeten sich auch nach und nach wichtige Komponenten auf den Motherboards (wie z.B. der Mausanschluss). Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam: Bis sich der Schulträger zur Neuausstattung (Volumen: deutlich weniger als 15.000 EUR für 16 PC-Arbeitsplätze nebst 2 Druckern) durchgerungen hatte, dauerte es. Richtig in Fahrt kam die ganze Sache erst, als sich Eltern über die miserablen Arbeitsbedingungen ihrer Kinder beschwerten. Doch das ist ein anderes Kapitel…

Von den 16 Geräten kam einer mit einer defekten Grafikkarte. Der Austausch ist für nächste Woche angekündigt. Zumindest bei drei Monitoren stieß ich auf Pixelfehler. „Alles innerhalb der Toleranz“, meinte der EDV-Beauftragte des Schulträgers. Zumindest bei einem Gerät mag ich das bezweifeln, denn dort haben sich gleich mehrere defekte Pixel an einem Fleck in der Bildschirmmitte zusammengesellt und bilden einen deutlich sichtbaren grauen Fleck.

Auf einem Rechner wurden die benötigten Treiber und Programme installiert. Anschließend sollte die Festplatte auf die anderen Geräte kopiert werden. Das dauerte leider stundenlang, da ein Imageprogramm (Acronis) angeschafft wurde, das keine Netzwerkfunktion anbietet. Das 6 GB große Image musste also erst einmal über das Netzwerk auf alle 16 Rechner kopiert werden, bevor es dort anschließend via Boot-CD installiert werden konnte. An meiner letzten Schule hatten wir zu diesem Zweck das Programm Ghost. Damit dauerte das Installieren auf 20 Rechnern gerade mal 45 Minuten. „Ghost bietet zu viele Optionen, die Sie sowieso nicht einsetzen“, hieß es auf Nachfrage. Acronis hingegen sei Testsieger in der Computer Bild und sicher leicht zu bedienen und noch dazu ein wenig billiger. Was hilft mir das ohne die nötigen Netzwerkfunktionen? Grrr…

Gleiches gilt für die Drucker: Nachdem die Schüler jahrelang hunderte Seiten für den Papierkorb bedruckten, habe ich nutzerabhängige Druckerkonten eingefügt. Zu Beginn eines Schuljahres erhält jeder Schüler 15 Seiten zum Ausdrucken aufs Konto. Druckt er mehr, muss er dafür zahlen. Selbst den Putzfrauen ist aufgefallen, dass es bezüglich der Ausdrucke eine Änderung gegeben haben muss. 🙂 Doch die Abrechnung ist nur mit Netzwerkdruckern möglich. Darauf habe ich auch immer wieder hingewiesen. Bestellt wurden jedoch „normale“ Arbeitsplatzdrucker mit USB-Anschluss. Jetzt werden externe Printserver nachgekauft, die zum einen den Platzbedarf auf dem Schreibtisch vergrößern und zum anderen letztlich mehr kosten als die entsprechende Netzwerkversion des Druckers.

Doch von diesen Ärgernissen bekommen die Kollegen meist nichts mit. Hauptsache, alles funktioniert. Das wird sich ab morgen zeigen, wenn die Klassen die neuen Rechner in Beschlag nehmen. Ich drücke mir die Daumen…

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