Gestern Abend telefonierte ich mit einem Kollegen und guten Freund in Köln. Während wir Rheinland-Pfälzer noch Herbstferien genießen, hat in NRW der Schulalltag bereits vor eineinhalb Wochen wieder begonnen. Gegen 22:30 Uhr klingelte sein zweites Telefon (ISDN macht’s möglich). Wir unterbrachen kurz die angeregte Diskussion, damit er kurz das andere Gespräch entgegennehmen konnte:
“Guten Abend?”
“…”
“Ja, Frau XXX, jetzt ist es aber ein bisschen spät.”
“…”
“Natürlich habe ich sie im Hausaufgabenheft um Rückruf gebeten. Aber doch nicht jetzt: Es ist gleich halb Elf!”
“…”
“Nein, da müssen sie sich wirklich morgen noch einmal melden. Am besten gegen Acht. Schönen Abend noch.”
Zum Glück hatte ich mit “meinen Eltern” bislang mehr Glück: Derartige Eingriffe in mein Privatleben sind mir bislang fremd. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich im Elternbrief am Schuljahresbeginn zwar meine Telefonnummer allgemein Bekannt gebe, gleichzeitig aber darauf hinweise, dass Gespräche nach 20:00 Uhr automatisch auf den Anrufbeantworter umgeleitet werden. Der Hinweis scheint zu wirken: In den letzten vier Jahren musste der AB aber lediglich einen Anrufer abfertigen und der hat noch nicht einmal eine Nachricht hinterlassen. So wichtig war sein Anliegen also offensichtlich nicht.
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