Realschule plus – Informationsabend der lokalen SPD

In der vergangenen Woche besuchte ich eine Informationsveranstaltung der SPD zur geplanten Schulstrukturreform. Eingeladen und moderiert hatte die hiesige Landtagsabgeordnete Anne Spurzem. Das Konzept stellte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag Alexander Fuhr vor. Die Veranstaltung war mit rund 50 Teilnehmern, überwiegend Lehrkräfte aus allen Schulformen, gut besucht.

Einige zentrale Aussagen:

  • Über die Schullaufbahn entscheiden auch künftig ausschließlich die Eltern. Dies gelte sowohl für die Wahl der Schulform nach der Grundschule, als auch am Ende der kooperativen Orientierungsstufe.
  • Gymnasiallehrer berichten, dass bereits heute Schüler mit Hauptschulempfehlung am Gymnasium angemeldet werden und dort auch aufgenommen werden müssen. Die Einschätzung der versammelten Lehrerschaft, dass damit zu rechnen ist, dass sich der Run auf die Gymnasien fortzusetzen und zu verschärfen droht, teilt die Politik nicht. Man rechne lediglich mit einer „gewissen Unsicherheit“ der Eltern in der kommenden Anmeldesaison.
  • Von der Lehrerschaft wurde vorgeschlagen, eine Abschlussprüfung am Ende der neunten und zehnten Klasse einzuführen, um die Qualität der Abschlüsse zu sichern (15 Bundesländer haben diese schon). Die Forderung wird von Fuhr zurückgewiesen, da die an Regionalen Schulen, Dualen Oberschulen, Hauptschulen mit freiwilligem zehnten Schuljahr und Realschulen vergebenen Abschlüsse bereits vergleichbar seien.
  • Den Vorschlag, eine Qualitätsmessung am Ende der 10. Klasse in den nächsten drei Jahren einzuführen, um den aktuellen Qualitätsstandard mit den Bildungsergebnissen der Realschule plus vergleichen zu können, bezeichnete die Abgeordnete Spurzem als „sehr interessanten Ansatz.“
  • Die Möglichkeit, die Fachoberschule an der künftigen Realschule plus anzubieten, soll auf rund 40 Schulen beschränkt bleiben. Unterrichten sollen dort überwiegend Gymnasiallehrer; eine zusätzliche Qualifizierung von Realschullehrer sei denkbar.
  • Vielfach wurde kritisiert, dass das Konzept für schulmüde Jugendliche keine Anreize bietet. Anstatt sie praxisnah auf ein Berufsleben vorzubereiten, werden sie nur weiter beaufsichtigt. Die Realschule plus müsse daher besonders attraktiv sein, so Fuhr.
  • Beide Abgeordneten versprachen sich dafür einzusetzen, dass mittelfristig Lehrkräfte an der Realschule plus einheitlich besoldet werden. Derzeit sind Hauptschullehrer in der Besoldungsgruppe A12, Realschullehrer in A13.

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