„Leistung statt Wohlfühlschule“

Manfred Prenzel, Professor für Pädagogik und Pädagogische Psychologie, leitete die PISA-Studien 2003 und 2006. Demnächst tritt er als PISA-Chef ab. In der WELT (04.02.2007, S. 3) äußert er sich zu Schulreformen, Einheitsschulplänen und der Verantwortung von Eltern:

[…] WELT: Zum Beispiel will Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti das gegliederte Schulwesen zugunsten einer Einheitsgesamtschule abschaffen. Ist das Erfolg versprechend?

Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir auch im bestehenden System an Qualität gewinnen können. Außerdem gibt es keine Garantie dafür, dass so grundlegende Strukturveränderungen allein positive Effekte haben. Man kann deshalb nur vor unüberlegten Maßnahmen warnen. […]

Wir müssen dafür Sorge tragen, dass sozial benachteiligte Kinder größere Chancen haben, gute Schulleistungen zu erbringen. Ich bin jedoch sehr skeptisch, dass man dies allein mit einem Schulstrukturwechsel hinbekommt. Viel entscheidender ist, dass Schüler stärker individuell gefördert werden. Hier sehe ich noch großen Verbesserungsbedarf. […]

WELT: Welche Bedeutung haben schließlich die Eltern für das Bildungssystem?

Den Familien kommt eine entscheidende UNterstützerrolle zu. Das wird in der bildungspolitischen Debatte viel zu wenig betont. Es geht doch letztlich nicht nur um die Frage, welche Arbeitsstelle ich später habe und wie hoch mein Gehalt ist, sondern vielmehr darum, wie ich mein Leben insgesamt verantwortungsvoll gestalte. Ich habe die Befürchtung, dass wir in den Familien dieses Ziel aus den Augen verloren haben.

(im Internet-Angebot der WELT kann nur eine Zusammenfassung abgerufen werden)

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