Korruption durch Annahme von Freiexemplaren

Regelmäßig erhalten Lehrkräfte von Schulbuchverlagen sogenannte „Prüfexemplare“ kostenlos übersandt, zumindest aber zu einem sehr attraktiven Preis angeboten. Die Freigebigkeit sollte nicht als Großzügigkeit verstanden wissen, denn es geht ums Geschäft: Führt eine Fachkonferenz ein neues Lehrwerk ein, verdient der Verlag Schuljahr für Schuljahr an Büchern, Arbeitsheften, Lernhifen usw.

Doch dürfen Lehrkräfte die Freiexemplare überhaupt annehmen, ohne sich dem Vorwurf der Korrumpierbarkeit auszusetzen? Im jüngsten Amtsblatt heißt es dazu:

Lehrkräften […] wird hiermit die Annahme sog. Freiexemplare […] gestattet, soweit es sich um Materialien handelt, die seitens der Lehrkraft […] für ihre schulischen Aufgaben […] benötigt werden. Die Entgegennahme von Vorteilen bleibt unzulässig, wenn sie mit einer Diensthandlung verknüpft wird, insbesondere mit einer Kaufempfehlung an Schülerinnen und Schüler, und wenn der Vorteil eingefordert wird.

Angesichts eines Urteils des Verwaltungsgerichts Münster erscheint die Genehmigung nicht überraschend: Die Richter entschieden seinerzeit, dass Lehrkräfte nicht zum Kauf von Schulbüchern verpflichtet werden können. Durch die „Legalisierung“ der Freiexemplare spart das Land bzw. der Schulträger die Ausstattung der Lehrkräften mit notwendigem Arbeitsmaterial. Wie praktisch…

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