Am kommenden Dienstag geht es in der ZDF-Dokumentationsreihe 37° um den Alltag an G8-Gymnasien in Fulda: “Schwere Last auf schmalen Schultern”
Sendetermin: Dienstag, 30.09.2008, 22:15 Uhr
“Immer am Limit” ist der Titel einer zweiten Dokumentation: Am Beispiel zweier Gesamtschullehrer zeigen die Autoren, wie es jenseits aller Klischees um die Wirklichkeit des Lehrerberufs bestellt ist.
Sendetermin: Dienstag, 07.10.2008, 22:15 Uhr
(via TeachersNews)
Das Krankenzimmer steht allen zur Verfügung, die wegen Übelkeit und extremen Kopfschmerzen eine Auszeit brauchen. Der Fachlehrer vermerkte im Klassenbuch, dass er den Schüler entschuldigt und ins Krankenzimmer entlassen hat. Bis zu den Sommerferien klappte das eigentlich sehr gut.
Seit ein paar Wochen jedoch haben wir einen ganz besonderen Virus im Haus: Er vermehrt sich nicht, sondern befällt stundenweise nur vier oder fünf Schüler einer Klasse, bevor er ein, zwei Stunden später in einer anderen zuschlägt. Symptomatisch für den von uns Virus conscholaris getauften Erreger ist, dass er das Meldezentrum im Gehirn blockiert, so dass das Abmelden beim Fachlehrer nicht mehr möglich ist und folglich auch keine Eintragung im Klassenbuch erfolgt. Weiterhin fällt auf, dass die Krankheit bei den infizierten Schülern nahezu zeitgleich und in der Regel zwischen zwei Unterrichtsstunden ausbricht. Ein Zusammenhang mit anstehenden Überprüfungen wird angenommen, ist aber noch nicht bewiesen.
Anfang letzter Woche hat die Schulleitung alle Klassen mittels eines Rundlaufs geimpft. Die Neuregelung zur Krankmeldungen haben den Virus deutlich eindämmen können. Hier das Rezept:
- Die Krankmeldung beim Fachlehrer (in Pausen: dem kommenden!) bleibt obligatorisch.
- Bevor man das Krankenzimmer betritt, muss man sich im Sekretariat anmelden. Dort wird neben dem Namen und der Klasse auch der Zeitpunkt und der Grund des Fehlens in einer Liste eingetragen. Zusätzlich erhält jeder Schüler ein Formular ausgehändigt, in dem ebenfalls die Uhrzeit eingetragen wird.
- Geht der Schüler später zurück in den Unterricht, meldet er sich im Sekretariat ab. Der nun unterrichtende Fachlehrer bestätigt die Rückkehr des Schülers im Unterricht auf dem Formular.
- Wird ein Schüler abgeholt oder soll er nach telefonischer Rücksprache mit einem Erziehungsberechtigten allein den Weg nach Hause oder zum Arzt antreten, wird auch das in der Liste und auf dem Formular eingetragen.
- Die im Formular vollständig dokumentierte Fehlzeit ist den Eltern minderjähriger Schüler zur Kenntnis zu geben. Das unterschriebene Formular wird im Sekretariat abgegeben, mit der Liste abgeglichen und an die Klassenleitung weitergereicht und zusammen mit den übrigen Entschuldigungen zu den Akten genommen.
Obwohl sich die Schüler meines Erachtens ins eigene Fleisch schneiden, beobachten wir seit einigen Wochen und Monaten gezielte Sabotage in unseren Rechnerräumen: Harmlos, aber nicht minder nervig, ist das Dunkeldrehen der Monitore. Gern werden auch mal Kabel abgezogen. Kriminell wird es dann, wenn die Pins in den Steckern bewusst mutwillig verbogen oder abgebrochen werden.
Zahlreiche Appelle an Kollegen, die Schüler bei der Arbeit in den Rechnerräumen streng zu beaufsichtigen, verhallten bislang ungehört. Da in einem Raum nur 15 Rechner stehen, belegen einige mit ihren Klassen zwei Räume und pendeln dann hin und her. So ist immer eine Gruppe unbeaufsichtigt – mit allen Konsequenzen.
Nun steht der Vorschlag zur Diskussion, ob man nicht in beiden Räumen eine Videoüberwachung einrichten kann und soll. Für die einen Allheilmittel, für die anderen Teufelswerk, da dann ja immerhin auch Teile des Unterrichts aufgezeichnet würden.
Gibt es Erfahrungsberichte von anderen Schulen? Welche alternativen, vielleicht weniger aufwändigen Schutzmechanismen könnte man bedenken? Vielleicht mag der ein oder andere einen Kommentar hinterlassen.
Herr Rau verweist auf ein Interview mit Bernhard Bueb im SPIEGEL, in dem sich dieser über die besondere Führungsaufgabe der Schulleitung aussetzt. Dazu fiel mir ergänzend ein Kommentar aus der WELT ein. Das darin vermittelte Führungsverständnis lässt sich meines Erachtens sehr gut auf die Schulleitung übertragen:
Wer an die Spitze einer Schule berufen wird, der muss leitungsfähig sein, also führen können. Er muss mit sparsamer Gestik und sanftem Ton Macht ausüben, und wenn das nicht reicht, zuschlagen. Er darf nicht über Schüler und Eltern jammern und über Intrigen “aus der zweiten Reihe” klagen, sondern hat sich die Früchtchen hinter den Kulissen vorzunehmen.