Videoüberwachung im Unterricht?

Obwohl sich die Schüler meines Erachtens ins eigene Fleisch schneiden, beobachten wir seit einigen Wochen und Monaten gezielte Sabotage in unseren Rechnerräumen: Harmlos, aber nicht minder nervig, ist das Dunkeldrehen der Monitore. Gern werden auch mal Kabel abgezogen. Kriminell wird es dann, wenn die Pins in den Steckern bewusst mutwillig verbogen oder abgebrochen werden.

Zahlreiche Appelle an Kollegen, die Schüler bei der Arbeit in den Rechnerräumen streng zu beaufsichtigen, verhallten bislang ungehört. Da in einem Raum nur 15 Rechner stehen, belegen einige mit ihren Klassen zwei Räume und pendeln dann hin und her. So ist immer eine Gruppe unbeaufsichtigt – mit allen Konsequenzen.

Nun steht der Vorschlag zur Diskussion, ob man nicht in beiden Räumen eine Videoüberwachung einrichten kann und soll. Für die einen Allheilmittel, für die anderen Teufelswerk, da dann ja immerhin auch Teile des Unterrichts aufgezeichnet würden.

Gibt es Erfahrungsberichte von anderen Schulen? Welche alternativen, vielleicht weniger aufwändigen Schutzmechanismen könnte man bedenken? Vielleicht mag der ein oder andere einen Kommentar hinterlassen.

6 Replies to “Videoüberwachung im Unterricht?”

  1. Bei uns an der Schule hat es sich bewährt, dass sich die Schüler zu Beginn der Stunde in eine Liste eintragen (Name, Klasse, PC-Nummer, Datum, Stunde). Der Schüler der darauf folgenden Stunde hat ja ein Interesse daran, dass er ordentlich arbeiten kann. Deshalb wird er einen eventuellen Schaden melden und über die Liste ist der „Ãœbeltäter“ recht schnell gefunden.

  2. Vandalismus haben wir auch. Noch keine Pins, aber beschädigte Keyboards. Und vor allem ist das halt lästig für die folgenden Schüler. Videoüberwachung halte ich für nicht effektiv – und es ist natürlich eine Bankrotterklärung der Aufsicht führenden Lehrer. (Unsere können nicht mal Passwörter für sich behalten.)

  3. An meiner Schule gab es glücklicherweise nicht solche Probleme. Wer macht denn mutwillig Technik kaputt?!

    Eine Videoüberwachung halte ich für falsch – ein bisschen Privatsphäre braucht man als Schüler schon. Ihr würdet es doch auch nicht gut finden, wenn man euch im Lehrerzimmer filmen würde, oder?

    Das mit der Liste ist eine gute Methode, das gab es bei uns auch. Wenn das nicht hilft: Vielleicht einfach radikal auf die PCs verzichten und trockene Theorie im Informatikunterricht durchnehmen. So bestraft man zwar auch Unschuldige, aber es wird garantiert einen Lerneffekt geben.

  4. Lieber Basti. Schule ist kein Ort der Bestrafung, sondern ein Ort des Lernens. Auch in der Schule muss man als Schüler lernen, dass die Arbeitsmittel einem nicht selber gehören und nicht mutwillig beschädigt werden dürfen. Von daher sind entsprechende Erziehungsmassnahmen einzurichten. Das kann über einen Geldbeitrag bis zur Anzeige/Schulverweiss etc. alles mögliche sein. Ãœber den Umfang der Massnahmen, müssen schon die Lehrer entscheiden. Ob da gefilmt wird oder nicht entscheiden ebenfalls die Lehrer. Schüler dürfen nicht entscheiden ob im Lehrerzimmer gefilmt wird. Wenn Du 18 Jahre alt bist, kannst Du dich ja mal wieder melden. Vorher bist Du eine Person über die man als Schule/Lehrer die Aufsichtspflicht hat.

  5. Es gibt Programme, die dafür sorgen, dass sich jeder Schüler vor Benutzung des Computers mit seinem Passwort anmelden muss.
    Das Log verzeichnet dann genau, wer wann an welchem Rechner war.
    Wichtig ist dabei nur, dass man den Schülern klar macht, dass Passwörter nicht weitergegeben werden dürfen, weil auf jeden Fall der Letztbenutzer zur Rechenschaft gezogen wird.

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