Fehlende Äste

Ein Kollege beschrieb treffend die Auswirkung der Schulstrukturdebatte rund um die Realschule plus auf die Leitungsebenen der betroffenen Schulen:

Man klatscht in die Hände, woraufhin die Vögel aufgeregt auffliegen. Kehrt wieder Ruhe ein, landen sie wieder auf ihrem angestammten Ast – würde nicht plötzlich ein Ast fehlen.

Tatsächlich ist es so, dass die Leitungspositionen neu ausgeschrieben werden und sich Funktionsstelleninhaber neu bewerben müssen. Fusionieren zwei größere Schulen, wird eine Stelle in der Leitungsebene eingespart.

Auf diese Weise könnte man die ein oder andere Fehlbesetzung der Vergangenheit korrigieren. Leistung auch in der Leitungsebene zu fordern und zu fördern halte ich grundsätzlich für den richtigen Weg, würde er denn nur konsequent umgesetzt. Aber bitte nachhaltig und nicht in einer einmaligen Aktion.

Denn was ist die Folge? So mancher Funktionsinhaber wird auf Nummer sicher gehen und sich an mehreren Schulen bewerben, um unterzukommen. Mit der Zahl der Bewerber werden die Besetzungsverfahren langwieriger und aufwändiger.

Nicht nachzuvollziehen ist darüber hinaus, warum die Neuausschreibungen nur für fusionierende Haupt- und Realschulen erfolgen sollen – sollten sich die Gerüchte bewahrheiten. Regionale und Duale Oberschulen nämlich, die 2009 automatisch zur „Realschule plus“ umbenannt werden sollen, behalten die bestehende Schulleitung. Fusioniert eine Haupt- oder Realschule mit einer Regionalen oder Dualen Oberschule – beide in der Regel ehemalige Hauptschulen -, soll die Leitung des bereits integrativen Systems die Gesamtleitung übernehmen.

Für den Start der neuen Schulform eine unbefriedigende Ausgangssituation…

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