Medienerziehung ist ein nicht enden wollender Prozess. Ursache dafür sind stets neue, innovative und attraktive Techniken – oft in Verbindung mit Fotos. Kindern und Jugendlichen kann man nicht vorhalten, dass sie die Angebote nutzen und dabei Gefahren mitunter auch verkennen.
Heute entdeckte ich im Community-Portal Wer-kennt-wen (verwandt mit SchülerVZ, Lokalisten und wie sie alle heißen) eine völlig neue Form der Verortung, die mir problematisch erscheint:
Zeigt man mit dem Mauszeiger auf einen Namen im oberen Bereich des Bildausschnittes, wird im Luftbild das Wohngebäude farblich hervorgehoben.
Geradezu gefährlich wird es dann, wenn im Foto oder im Benutzerprofil der Wohnort erkennbar ist…

Angabe des Wohnortes im Benutzerprofil
… oder insbesondere in Ferienzeiten die urlaubsbedingte Abwesenheit offensiv plakatiert wird:

Urlaubsaufenthalt im Profil
Die Gefahren werden wir nächste Woche wohl im Unterricht thematisieren.

Die Gefahr sehe ich aber in der Kombination Blog + Twitter auch. Im Blog steht die Adresse im Impressum und bei twitter gibt man leichtfertig kund, welchen neuen Computer man sich gerade zugelegt hat und dass man unterwegs / im Urlaub ist… Umso wichtiger jedoch die Schüler (und nicht nur die) dafür zu sensibilisieren. Mich würde interessieren, wie die Schüler darauf reagieren.
Ich denke, das Warnen vor solch gefährlichen Angeboten ist unsere wichtigste Aufgabe bei der Internetpädagogik. Allerdings dürfen wir nicht allgemein vor dem Netz waren, sondern müssen zu Anonymität und Datenzurückhaltung auffordern.
Sehr gut, dass du dir dafür die Zeit nehmen willst!
@Fontanefan: Ich stimme Dir uneingeschränkt zu: Eine Verteufelung des Netzes wäre absolut kontraproduktiv.