Eignungstests für Lehrer

fit_fuer_den_lehrerberuf.jpgDas Land Rheinland-Pfalz stellt potenziellen Lehramtsstudenten 6 Fragen, damit diese ihre Eignung für den Beruf des Lehrers selbst überprüfen können. Wesentlich ausführlicher sind die diagnostischen Materialien des deutschen Beamtenbundes (dbb):

Der Fragebogen Fit für den Lehrerberuf richtet sich ebenfalls an angehende Lehramtsstudenten. Zu beantworten sind 63 Fragen aus 21 relevanten Bereichen, wie z. B. Freude am Umgang mit Jugendlichen, Wissens- und Informationsbedürfnis oder Frustrationstoleranz. Als ungeschickt empfinde ich, dass den Fragen eine kurze Einleitung vorangestellt ist, in der ein ideales Anforderungsprofil eines Lehrers dargestellt ist. Klar, dass man dann schnell dazu neigt, die „richtigen“ Antworten anzukreuzen. Ein Beispiel:

Nicht selten muss ein Lehrer/eine Lehrerin auch mit ungerechtfertigter Kritik, Kränkungen und Beleidigungen umgehen können. Das erfordert neben viel Liebe zum Beruf auch ein dickes Fell. Wie ist das bei Ihnen?

13. Ich kann Kränkungen gut wegstecken. [trifft völlig zu – trifft überhaupt nicht zu]

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Selbsteinschätzung möglichst auch durch eine Fremdeinschätzung zu ergänzen ist. Ein entsprechend umformulierter Fragebogen („Wie ist das bei ihr/ihm?“) liegt vor.

Ausgebildeten Lehrkräften schlägt der Beamtenbund einen Arbeitsbewertungs-Check vor. Bei diesem steht nicht die Leistung und Einstellung der einzelnen Lehrkraft, sondern das gesamte Kollegium.

Bild: deutscher Beamtenbund (dbb)

Gesamtschulen – Eine Alternative zu Hauptschulen?

In der heutigen Ausgabe der Welt am Sonntag berichtet ein Lehrer einer Gesamtschule, 20 Jahre an einer solchen im Dienst, sehr eindrucksvoll, warum das Modell der Gesamtschule seiner Meinung nach ungeeignet ist:

Leistungsschwächere Schüler erfahren Tag für Tag, dass andere besser, schneller, erfolgreicher und beliebter sind. Sie erfahren tagtäglich ihre Aussortierung an der Klassentür, wenn sich die Wege zu den Kursen trennen oder wenn schon wieder sie es sind, die die leichteren Aufgaben bekommen. Die niederdrückende und demoralisierenden Wirkungen solcher Bezugsgruppeneffekte gehörten schon 1984 zu den am besten abgesicherten Befunden der Bildungsforschung.

Ich möchte lediglich einen Gedanken hinzufügen: Hier in Rheinland-Pfalz führte man vor einigen Jahren die Regionalen Schulen und Dualen Oberschulen (DOS) ein. Ehemalige Hauptschulen bekamen einen neuen Namen und erarbeiteten sich ein neues Konzept, um ab der Klassenstufe 7 Haupt- und Realschulkurse anbieten zu können. Wer dort am Ende der Klasse 10 einen Realschulkurs besucht, erreicht den gleichen Abschluss wie an der Realschule. Das Niveau jedoch ist deutlich niedriger. Dies bestätigen die umliegenden Gymnasien und weiterführenden Schulen hinter vorgehaltener Hand immer wieder. Doch da diese Meinung politisch nicht opportun ist, liest man davon in ministeriellen Stellungnahmen wenig. Es sollte einem jedoch zu denken geben, dass eine zentrale Abschlussprüfung am Ende der Klasse 10, wie sie in fast allen Bundesländern bereits beschlossene Sache, mitunter bereits eingeführt ist, in Rheinland-Pfalz nicht in Sicht ist.