Krankenzimmer – oder: Der Virus conscholaris

Das Krankenzimmer steht allen zur Verfügung, die wegen Übelkeit und extremen Kopfschmerzen eine Auszeit brauchen. Der Fachlehrer vermerkte im Klassenbuch, dass er den Schüler entschuldigt und ins Krankenzimmer entlassen hat. Bis zu den Sommerferien klappte das eigentlich sehr gut.

Seit ein paar Wochen jedoch haben wir einen ganz besonderen Virus im Haus: Er vermehrt sich nicht, sondern befällt stundenweise nur vier oder fünf Schüler einer Klasse, bevor er ein, zwei Stunden später in einer anderen zuschlägt. Symptomatisch für den von uns Virus conscholaris getauften Erreger ist, dass er das Meldezentrum im Gehirn blockiert, so dass das Abmelden beim Fachlehrer nicht mehr möglich ist und folglich auch keine Eintragung im Klassenbuch erfolgt. Weiterhin fällt auf, dass die Krankheit bei den infizierten Schülern nahezu zeitgleich und in der Regel zwischen zwei Unterrichtsstunden ausbricht. Ein Zusammenhang mit anstehenden Überprüfungen wird angenommen, ist aber noch nicht bewiesen.

Anfang letzter Woche hat die Schulleitung alle Klassen mittels eines Rundlaufs geimpft. Die Neuregelung zur Krankmeldungen haben den Virus deutlich eindämmen können. Hier das Rezept:

  1. Die Krankmeldung beim Fachlehrer (in Pausen: dem kommenden!) bleibt obligatorisch.
  2. Bevor man das Krankenzimmer betritt, muss man sich im Sekretariat anmelden. Dort wird neben dem Namen und der Klasse auch der Zeitpunkt und der Grund des Fehlens in einer Liste eingetragen. Zusätzlich erhält jeder Schüler ein Formular ausgehändigt, in dem ebenfalls die Uhrzeit eingetragen wird.
  3. Geht der Schüler später zurück in den Unterricht, meldet er sich im Sekretariat ab. Der nun unterrichtende Fachlehrer bestätigt die Rückkehr des Schülers im Unterricht auf dem Formular.
  4. Wird ein Schüler abgeholt oder soll er nach telefonischer Rücksprache mit einem Erziehungsberechtigten allein den Weg nach Hause oder zum Arzt antreten, wird auch das in der Liste und auf dem Formular eingetragen.
  5. Die im Formular vollständig dokumentierte Fehlzeit ist den Eltern minderjähriger Schüler zur Kenntnis zu geben. Das unterschriebene Formular wird im Sekretariat abgegeben, mit der Liste abgeglichen und an die Klassenleitung weitergereicht und zusammen mit den übrigen Entschuldigungen zu den Akten genommen.

Führung

Herr Rau verweist auf ein Interview mit Bernhard Bueb im SPIEGEL, in dem sich dieser über die besondere Führungsaufgabe der Schulleitung aussetzt. Dazu fiel mir ergänzend ein Kommentar aus der WELT ein. Das darin vermittelte Führungsverständnis lässt sich meines Erachtens sehr gut auf die Schulleitung übertragen:

Wer an die Spitze einer Schule berufen wird, der muss leitungsfähig sein, also führen können. Er muss mit sparsamer Gestik und sanftem Ton Macht ausüben, und wenn das nicht reicht, zuschlagen. Er darf nicht über Schüler und Eltern jammern und über Intrigen „aus der zweiten Reihe“ klagen, sondern hat sich die Früchtchen hinter den Kulissen vorzunehmen.

Epochalunterricht

Fächer mit einer Wochenstunde zu unterrichten macht nur den wenigsten Spaß. Daher werden sie bei uns epochal zweistündig, aber eben nur für ein Halbjahr verplant. Damit die Klassen aber immer auf ihre 30 Stunden pro Woche kommen, braucht jedes Fach einen „Tauschpartner“, das ebenfalls epochal im jeweils anderen Halbjahr unterrichtet wird. Auch bei den Lehrkräften ist darauf zu achten, dass die Belastung möglichst gleich auf beide Halbjahre verteilt wird.

Da eben bereits von einer Excel-Tabelle die Rede war, stelle ich kurzerhand meine Planungstabelle Epochalunterricht hier zum Download zur Verfügung. Vielleicht kann ja jemand etwas damit anfangen.

Unterrichtsverteilung abgeschlossen

Knapp zwei Wochen vor Beginn des Unterrichts konnten wir gestern die Unterrichtsverteilung weitgehend abschließen. Leider nicht ohne strukturellen Unterrichtsausfall und leider auch nicht ohne den ein oder anderen fachfremd erteilten Unterricht (was mir immer ein wenig Bauweh bereitet). Letztlich zählt jedoch nur das Ergebnis:

unterrichtsverteilung.jpg

Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal aktiv an der Verteilung mitgewirkt. Mir persönlich war die Planung auf den riesigen Papierbögen zu unübersichtlich: Zu häufig ist man in der Zeile oder Spalte verrutscht, schnell war eine doppelte Verplanung des Unterrichts übersehen und die Stundensummen stimmten auch nicht immer. Die Unterrichtsverteilung in unserem Stundenplanprogramm (Untis) erschien mir aber auch nicht viel übersichtlicher, so dass ich mir wohl für das nächste Jahr eine Excel-Tabelle stricken werde – falls ich nicht irgendwo eine brauchbare Vorlage finde.

Praxishandbuch Schuldatenschutz

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) hat ein „Praxishandbuch Schuldatenschutz“ aufgelegt. Es gibt Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern Tipps, wie gesetzeskonform und funktional mit den personenbezogenen Informationen vor allem von Schülern sowie Eltern umgegangen werden kann und muss.

Auch wenn sich das Handbuch auf das schleswig-holsteinische Gesetzeslage bezieht, lohnt sich der kostenlose Download der PDF-Datei auch für Datenschutzbeauftragte und Interessierte anderer Länder.

via heise.de