Unterrichts-Störer darf nicht zur Klassenfahrt

Urteil: Eine Schule muss sich wehren können
Auch wenn der 16-jährige Gymnasiast sich sonst vom Unterricht nicht sehr begeistert zeigte – auf die Klassenfahrt nach Rom hatte er sich schon gefreut. Doch gerade die wurde dem notorischen Unterrichts-Störer durch die Lehrerkonferenz gestrichen.

Der Ausschluss von der Klassenfahrt war durchaus gerechtfertigt und auch rechtmäßig, befand nun das Verwaltungsgericht Berlin. Gerade auf Klassenfahrten müssen sich die Lehrer darauf verlassen, dass die Schüler Disziplin wahren. Doch bei einem Schüler, der trotz etlicher Ermahnungen auch im Unterricht regelmäßig Mitschüler und Lehrer beschimpft, könne man sich auf diese notwendige Disziplin wohl kaum verlassen. Und schließlich müsse sich die Schule ja gegen solches Verhalten auch wehren können (Az.: VG 3 A 219.08).

Auch wenn ich der Meinung bin, dass ein Ausschluss nur in ganz extremen Ausnahmen in Betracht gezogen werden sollte, begrüße ich das Urteil. Ich kenne Fälle, in denen die Schulleitung gegen vergleichbare Klassenkonferenzbeschlüsse ein Veto eingelegt hat, da eine „prophylaktische Strafe nicht haltbar“ sei. Schön, dass man nun handfeste Gegenargumente hat.

(Quelle: Berliner Kurier, via TeachersNews)

Land muss Lehrern Schulbücher kaufen (Update)

Ich bin gespannt, wie Schulleiter und Schulträger auf entsprechende Anträge von Kollegen reagieren…

So kommentierte ich im März eine Entscheidung des Oberverwaltungsgericht, nach dem Schulbücher vom Land bereitgestellt werden müssen. Inzwischen gibt es Neuigkeiten:

Mitte Juni verschickte das Ministerium über EPOS eine erste Stellungnahme an alle Schulen: Darin wird versichert, dass man die sich aus dem Urteil ergebenden Verpflichtungen „selbstverständlich“ zu erfüllen gedenkt. Allerdings müssen noch Absprachen mit den kommunalen Spitzenverbänden getroffen werden, da diese als Schulträger für die Sachkosten des Schulbetriebs zuständig sind: „Die Gespräche dauern derzeit noch an.“ Bis eine Einigung über das Verfahren hergestellt ist, sollen Anträge auf Anschaffung bestimmter Schulbücher in der Schule gesammelt werden.

Wird fortgesetzt…

Land muss Lehrern Schulbücher kaufen

Das Land Rheinland-Pfalz muss seinen Lehrern für den Schulunterricht benötigte Bücher kostenlos zur Verfügung stellen. Allerdings können Lehrer nicht die nachträgliche Erstattung des Kaufpreises für ein Schulbuch verlangen, wenn sie das Buch ohne vorherige Erlaubnis gekauft haben. […]

Zwar sei das Land als Dienstherr aufgrund seiner beamtenrechtlichen Fürsorgepflicht grundsätzlich gehalten, seinen Lehrern die für den Unterricht notwendigen Lehrmittel zur Verfügung zu stellen. Die Kosten hierfür könne sich das Land wiederum vom jeweiligen kommunalen Schulträger – in diesem Fall also der Kreisverwaltung – erstatten lassen.

Aktenzeichen des OVG Koblenz.: 2 A 11288/07.OVG

(via Ad-hoc-news)

Ich bin gespannt, wie Schulleiter und Schulträger auf entsprechende Anträge von Kollegen reagieren…

Korruption durch Annahme von Freiexemplaren

Regelmäßig erhalten Lehrkräfte von Schulbuchverlagen sogenannte „Prüfexemplare“ kostenlos übersandt, zumindest aber zu einem sehr attraktiven Preis angeboten. Die Freigebigkeit sollte nicht als Großzügigkeit verstanden wissen, denn es geht ums Geschäft: Führt eine Fachkonferenz ein neues Lehrwerk ein, verdient der Verlag Schuljahr für Schuljahr an Büchern, Arbeitsheften, Lernhifen usw.

Doch dürfen Lehrkräfte die Freiexemplare überhaupt annehmen, ohne sich dem Vorwurf der Korrumpierbarkeit auszusetzen? Im jüngsten Amtsblatt heißt es dazu:

Lehrkräften […] wird hiermit die Annahme sog. Freiexemplare […] gestattet, soweit es sich um Materialien handelt, die seitens der Lehrkraft […] für ihre schulischen Aufgaben […] benötigt werden. Die Entgegennahme von Vorteilen bleibt unzulässig, wenn sie mit einer Diensthandlung verknüpft wird, insbesondere mit einer Kaufempfehlung an Schülerinnen und Schüler, und wenn der Vorteil eingefordert wird.

Angesichts eines Urteils des Verwaltungsgerichts Münster erscheint die Genehmigung nicht überraschend: Die Richter entschieden seinerzeit, dass Lehrkräfte nicht zum Kauf von Schulbüchern verpflichtet werden können. Durch die „Legalisierung“ der Freiexemplare spart das Land bzw. der Schulträger die Ausstattung der Lehrkräften mit notwendigem Arbeitsmaterial. Wie praktisch…

1 qm Realschule für 2.813,00 EUR

Immer wieder geistert ein Gedanke durchs Lehrerzimmer: „Am besten gründen wir eine Privatschule“. Wer sich auf die Angaben im Amtsblatt verlassen möchte, kann nun die Baukosten grob kalkulieren. Demnach gelten folgende Kostenrichtwerte im Schulbau:

2.581,00 EUR für Grundschulen

2.813,00 EUR für Realschulen, Hauptschulen, Regionale Schulen und Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen

2.829,00 EUR für Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung

2.835,00 EUR für Integrierte Gesamtschulen

2.900,00 EUR für Gymnasien

3.062,00 EUR für Berufsbildende Schulen