Heute kam ein Kollege auf mich zu:
Du, Herr Personalrat, wir müssen mal mit der Schulleitung sprechen. So geht das nicht!
Was war passiert? Unsere Neuntklässler absolvieren derzeit ihr zweiwöchiges Berufspraktikum. Durch die ausfallenden Stunden sorgt sich mancher Kollege um seine bislang ausgeglichene Minusstundenstatistik. Dabei hatten wir schon vor Jahren mit der Schulleitung verabredet, dass die Zeit (inkl. Fahrzeit!), die zum Besuch der Praktikanten aufgewandt wird, den ausfallenden Unterricht zumindest annähernd ausgleicht. Eine kulante Regelung, wie mir scheint. Damit möglichst viele von ihr profitieren, werden bei uns nicht nur die Klassenleiter, sondern alle in den neunten Klassen unterrichtenden Lehrer auf Reise geschickt.
Der Kollege plante mehrere Besuche am Montagvormittag. Dadurch würden vier Stunden in der Orientierungsstufe ausfallen. Die Schulleitung gab angesichts der Zeugniskonferenzen am Montag- und Dienstagnachmittag grünes Licht, kündigte aber an, diese vier Stunden als zusätzliche, nicht ausgeglichene Minusstunden zu verbuchen. Unverschämtheit!
Die Schulleitung hat meines Erachtens richtig entschieden. Zum einen ist die Regelung an sich schon sehr kollegiumsfreundlich. Zum anderen ist nicht einzusehen, warum künstlich Ausfälle produziert werden, die in Form von zusätzlichen Vertretungsstunden von anderen Kollegen kompensiert werden müssen. Und letztlich: Wem tun Minusstunden weh? Bei uns jedenfalls haben sie im Normalfall keine wirklichen Konsequenzen…