Besuch der didacta

Gestern machte ich mich zusammen mit acht Kollegen unterschiedlicher Schulen und Fächer auf den Weg zur didacta nach Köln. Einen ausführlichen Erlebnisbericht hat Hockey bereits verfasst. Wie Richard teile ich seine Beobachtungen im Wesentlichen. Dennoch möchte ich einige persönliche Eindrücke hier festhalten:

  • Wir waren bereits um 9.00 Uhr vor Ort. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, denn zu Beginn waren die Aussteller sehr auskunftsfreudig, zuvorkommend und freundlich. Mit zunehmender Zeit und stärkerem Andrang wirkte mancher sehr genervt.
  • Im „Forum Unterrichtspraxis“ referierte Dr. Günter Hoegg zum Thema „Schulrecht – Zwangsjacke oder Sicherheitsweste des Lehrers?“ Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass alles, was juristisch korrekt auch pädagogisch sinnvoll ist, wurden einige interessante Aspekte angesprochen
  • Wieso bekommt die eine Kollegin einen Klassensatz nach Hause geschickt, während ein Kollege zwanzig Minuten später bei dem gleichen Verlagsvertreter noch nicht einmal ein Prüfexemplar bekommt?
  • zebra.jpgÜber Wochen hinweg stießen täglich mindestens sechs Besucher auf die Schwellenpädagogik, da sie bei Google nach kostenlosen Messekarten suchten. Ich habe euch alle wiedererkannt: In den endlosen Schlangen an der Zebra-Glücksscheibe, an den Kassen beim Friedrich-Verlag…
  • Sind diese Schaumstoffrohre, die aufgrund kreativer Befestigungstechnik aus manch schlanker Lehrkraft einen überbreiten Astronautenverschnitt machen, wirklich so teuer, dass man gar nicht anders kann als bei Messegeschenken ungehemmt zuzulangen?
  • Die typische Lehrerinich berichtete – ist auch auf dem Foto zu sehen: Zebra-Scheibe, Schaumstoffrohr plus riesiger, roter Beutesack… Der zierliche Rucksack verdeckt geschickt den Trolley. Trolley? Was für ein Trolley…?
  • Trolleys, diese überall auf der Messe gegenwärtigen Stolperfallen, sollte man auf der nächsten didacta verbieten!
  • Gleiches gilt für die lächerlichen „Hier ist ein Bildungshaus“-Wimpel.

Fernsehtipps

  • Beruf Lehrer
    Montag, 26. Februar 2007, 23:45 – 1:15 Uhr, NDR
    Lehrer: Über kaum eine Berufsgruppe wird derzeit so kontrovers diskutiert. Und nur wenig gestaltet sich momentan so schwierig wie das Beziehungsdreieck Lehrer, Schüler und Eltern. Denn wirklich jeder hat individuelle Erfahrungen mit ihnen gemacht. Jeder hat diese Erlebnisse positiv oder negativ verarbeitet, wurde mehr oder weniger stark von ihnen geprägt. Deshalb wird ein Film über Lehrer und Schule immer ambivalente Gefühle auslösen.
  • Eine Schule, die gelingt. Enja Riegel und die Helene-Lange-Schule
    Sonntag, 15. April 2007, 16:15 – 17:20 Uhr, HR
    Die Helene Lange Schule in Wiesbaden ist eine der besten und eigenwilligsten Schulen in Deutschland. Bei Pisa erreichte sie Spitzenwerte. Dabei streicht diese Schule ein Drittel des üblichen Fachunterrichts für wochenlange, große Projekte, zum Beispiel Theater. Und trotzdem so gute Leistungen? „Nein“, antwort Enja Riegel, die langjährige Schulleiterin, „nicht trotzdem, deshalb so gute Leistungen.“